Nachhaltige Aufbereitung von Biomassereststoffen
In der Landwirtschaft, bei der Tierhaltung, in der Landschaftspflege sowie in der Lebensmittelproduktion fallen häufig große Mengen an nassen Biomassereststoffen an. Beispiele sind Tierdung, Traubentrester bei der Weinherstellung, Apfeltrester bei der Saftproduktion, Kaffeesatz, Bäckereirückstände und viele weitere organische Reststoffe.
Diese Produkte müssen in der Regel entsorgt werden – oft aufwändig, kostenintensiv und unter hygienischen Auflagen. Der klassische Entsorgungsweg über die Ausbringung auf Feldern wird zunehmend eingeschränkt, da viele Reststoffe hygienisch vorbelastet sind. Insbesondere Klärschlämme und Rückstände aus Mastbetrieben können durch Medikamenteneinsatz belastend sein und die Lebensmittelkette gefährden.
Eine unkontrollierte Entsorgung kann zudem zu Überdüngung, Bodenbelastung und Grundwassereinträgen führen. Moderne Aufbereitungsverfahren für Biomassereststoffe schaffen daher einen sicheren, nachhaltigen und wertschöpfenden Ansatz, indem die Reststoffe hygienisiert, getrocknet und als hochwertiger Dünger oder Pelletprodukt wieder nutzbar gemacht werden.
"Turbotrocknung durch direkte Abgasbeaufschlagung – maximale Effizienz"
Unsere STR Biomasse-Trocknung verwandelt nasse Biomassereststoffe in ein wirtschaftlich attraktives Werteprodukt und integriert diese auf umweltfreundliche Weise wieder in den stofflichen Kreislauf.
Ein Beispiel: Apfeltrester. Frisch ausgepresst ist er noch ein hochwertiges Lebensmittel, doch bereits kurze Zeit später beginnt ein intensiver, übelriechender Gärprozess. Mit unserer Biomassetrocknung wird der nasse Trester direkt getrocknet, hygienisiert und zu hochwertigem Tierfutter oder Einstreu verarbeitet.
Das getrocknete Material kann zudem als Dünger nach dem Düngemittelgesetz genutzt oder einer energetischen Verwertung zugeführt werden. So entsteht aus einem Entsorgungsprodukt ein vielseitig einsetzbares, nachhaltiges Wertstoffprodukt.
Die Befüllung des Vorlagebehälters oder Schubbodens erfolgt je nach Beschaffenheit der Biomasse entweder über bestehende Verrohrungen oder Laufbänder – manuell oder vollautomatisiert. Eine präzise Sensorik überwacht kontinuierlich Füllstand und Durchfluss, um einen gleichbleibend störungsfreien Betrieb sicherzustellen.
An der Stirnseite des Trockners sorgt ein robuster Trog mit einer leistungsstarken Paddel- oder Wendelmischschnecke für die Homogenisierung des Materials. Über die Trockenrückführung wird bereits getrocknete Biomasse automatisch zugeführt und gemeinsam mit der nassen Biomasse auf einen optimalen TS-Gehalt von ca. 40 % gemischt.
Dieses präzise, automatisierte Mischverfahren gewährleistet eine ideale Materialkondition für die nachfolgende Trocknung und maximale Effizienz des Prozesses.
Durch die hohe Temperatur hygienisiert sich die Biomasse vollkommen. Mikrobiologische Untersuchungen bestätigen sogar eine weitgehende Sterilisation.
Krankheitserreger, Viren, Bakterien, Endotoxine, Pilze, Einzeller und Würmer werden über die Trocknung vollständig vernichtet.
Bei der anschließenden Verwendung als Dünger, Einstreu, Tiernahrung, besteht keine Gefahr, dass Erreger in den menschlichen Kreislauf zurück gelangen können.
Unser Trocknungsprozess läuft vollständig automatisch und passt sich dank intelligenter Steuerung jederzeit wechselnden Energieleistungen an. Haben sie z.B. ein BHKW das nicht genug Trocknungswärme zuführen kann, ist es möglich einen Gasbrenner dazu zu schalten. Auch andere Energiequellen sind denkbar und gerne abzuklären.
Die ARC (Active Remote Control) überwacht den Prozess in Echtzeit und speichert alle 5 Sekunden alle relevanten Antriebs-, Temperatur- und Steuerungsdaten. So wird ein mannloser 24/7-Betrieb ermöglicht.
Zudem werden zugeführte Energiemenge und Durchsatz kontinuierlich gemessen.
Die Trocknung von Biomasse birgt potenzielle Gefahren: jeder Staub kann explosiv sein und stellt ein gesundheitliches Risiko für Mitarbeiter dar, insbesondere an Übergabestellen, in Lagern und bei der Logistik.
Wir haben den gesamten Prozess so konzipiert, dass jegliche Staubemissionen eliminiert werden – von der Zuführung über die Trocknung bis hin zur Pelletierung und Logistik. Alle Förderwege sind über Trogschnecken staubdicht verschlossen, und der Trockner arbeitet im Unterdruck, sodass keine Emissionen in die Umgebung gelangen.
Nach der Trocknung wird die Biomasse in einen geschlossenen Behälter überführt. Eine Füllstandsensorik startet automatisch den direkt integrierten Pelletierungsprozess.
Der speziell entwickelte Zwangsradpelletierer verdichtet zu einem staubfreien, widerstandsfähigen Pellet. Die ineinandergreifenden Pressräder und der Presskonus sorgen für abriebfeste, streufähige Pellets – nahezu staubfrei und direkt lagerfähig.
Dank der Kombination aus Trocknung und Pelletierung entfällt aufwändige Silolagerung und Silologistik. Das Endprodukt ist hygienisiert, staubarm und vielseitig verwendbar: offen lagerfähig, streufähig, in kleine Verkaufseinheiten abpackbar und für die Vermarktung ideal geeignet.